Onlinehandel in Zeiten von Corona – Teil 2

Die Coronakrise stellt die ganze Welt vor neue Herausforderungen und hat auch den Handel fest im Griff. Der stationäre Einzelhandel in Deutschland kam in den letzten Wochen komplett zum Erliegen, wird nur langsam schrittweise wieder hochgefahren und könnte aktuellen Studien zufolge wegen der Coronakrise unwiederbringlich Umsatz an den Onlinehandel verlieren. Ist dies also die große Chance für den Internethandel, nachhaltig von der Krise zu profitieren?
Onlinehandel in der Coronakrise

Einzelhandel wird dauerhaft Umsatz an das Internet verlieren

Tatsache ist, dass alle Händler die Auswirkungen der Pandemie zu spüren bekommen – sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Dies hängt in erster Linie von der Branche und dem Angebot ab. Grundsätzlich ist es auch so, dass aufgrund der großen Unsicherheit der Situation, Konsumenten ihr Geld vermehrt zurückhalten. Einerseits ändert sich dadurch das Such- und Kaufverhalten sehr stark und andererseits haben Produktions- und Versandeinschränkungen starke Auswirkungen auf das Geschäft und damit auch auf den Umsatz.

Laut aktuellen Umfragen wird allerdings auch deutlich, dass Konsumenten in Folge der strengen Corona-Restriktionen nun vermehrt online Artikel kaufen, die sie sonst im stationären Einzelhandel erwarben, wie in der Grafik unten ersichtlich wird. Dies sind vor allem Drogerieartikel (45,9 Prozent), Heimwerkerartikel (37 Prozent) oder Medikamente (33,1 Prozent). Auch in anderen Branchen wird deutlich, dass knapp ein Drittel der digitalen Kunden Erstkäufer sind.

Weitere Ergebnisse anderer Studien zeigen ähnliche Erwartungen. Die Coronakrise könnte langfristig den Strukturwandel im Einzelhandel begünstigen. Viele Kunden verlagern aktuell ihre Besorgungen ins Internet und dürften aufgrund der positiven Einkauferlebnisse ihr Kaufverhalten langfristig ändern. So ist im Onlinehandel zukünftig ein massiver Wachstumsschub mit der Erschließung neuer Kundengruppen zu erwarten. Dies hat zu Folge, dass ein Teil des Einzelhandelsumsatzes, der während des Shutdowns an den Onlinehandel abgegeben wurde, dauerhaft für den stationären Einzelhandel verloren ist.

Was Händler jetzt tun sollten

Trotz aller Einschränkungen und Herausforderungen wird es auch eine Zeit nach der Krise geben, auf die Händler sich jetzt schon vorbereiten sollten. Nach dem Spiel ist bekanntlich vor dem Spiel. Im Folgenden einige Empfehlungen für Händler, um mit der schwierigen Situation umzugehen:

  • Jeder Händler sollte sein eigenes Sortiment prüfen und sich dabei die Frage stellen: “Sind Produkte vorhanden, die sich unter Umständen in drei Monaten nicht mehr verkaufen lassen?”. Die könnten zum Beispiel Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdatum sein. Derartige Artikel sollten jetzt abverkauft werden.

  • Produkte, die aktuell stark nachgefragt werden und sich auch in Krisenzeiten verkaufen lassen, sollten, falls möglich, nachgeordert bzw. mit hoher Priorität produziert werden.

  • Produkte, die sich noch gut verkaufen lassen, aber deren Absatzpotential in den folgenden Monaten ungewiss ist, zu normalen Konditionen abverkaufen, aber unbedingt in stark reduzierter Stückzahl nachordern bzw. produzieren.

  • Produkte, die sich bereits jetzt nur weniger gut verkaufen lassen, bis auf Weiteres nicht mehr nachordern oder produzieren und über Aktionen bzw. Preisnachlässe schnellstmöglich abverkaufen.

  • Ebenfalls könnte die Coronakrise auch eine Chance für Unternehmen darstellen, bisher aufgeschobene Projekte und die Entwicklung neuer Technologien anzugehen.

About the author

Benjamin Kircher
International Marketing Manager | | benjamin.kircher@channelpilot.com | + posts

Ben ist bereits seit 2016 als International Marketing Manager bei Channel Pilot Solutions tätig. Er kümmert sich hauptsächlich um die Organisation von On-/Offline-Events und um Themen rund um die Webseite.

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